Welche Versicherungen für mein Kind sind wichtig und sinnvoll?

Als Vater einer fast siebenjährigen Tochter habe ich mir diese Frage bereits selbst gestellt und möchte Euch in diesem Beitrag bei der Beantwortung dieser Frage wichtige Tipps und Hilfestellungen geben.

Grundsätzlich gibt es unzählige Versicherungsprodukte auf dem Markt, auch für Kinder. Wenn es um Versicherungen geht ist meine Philosophie immer die, zunächst existenzielle Risiken zu versichern, einfacher formuliert: Man sollte zunächst die Risiken versichern, die einen finanziell stark belasten bzw. ruinieren können, wenn der Versicherungsfall eintritt. Diese Versicherungen sind meiner Meinung nach sogenannte “Must-Have-Versicherungen”

Hierzu zählen..

Unfallversicherung:

Wenn ein Kind beim Spielen, beim Fahrradfahren, beim Ausüben des Hobbys, beim Sport etc. einen Unfall erleidet und dadurch dauerhaft gesundheitliche Beeinträchtigungen davon trägt, ist das schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn einem dann die finanziellen Mittel fehlen, um das Leben in dieser schwierigen Phase so angenehm wie möglich zu gestalten.

Eine gute Unfallversicherung leistet hier mit einer Einmalzahlung. Je höher die dauerhafte körperliche Beeinträchtigung (Invalidität), desto höher die Einmalzahlung. Diese Einmalzahlung dient dann zum Beispiel für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung/des Hauses, des Autos, der Finanzierung spezieller Prothetik und/oder Therapieformen, die die Krankenversicherung vielleicht nicht oder nicht voll übernimmt, wobei das Geld grundsätzlich zur freien Verfügung steht und damit selbst entschieden werden kann, wofür man es einsetzt.

In die Unfallversicherung könnte man als zusätzlichen Leistungsbaustein auch die Zahlung einer monatlichen Unfallrente einbauen. Das ist als Ergänzung mit Sicherheit nicht verkehrt, hängt aber am Ende auch davon ab, wieviel mtl. Beitrag einem dieser Versicherungsschutz wert ist.

Der Leistungsunterschied der vielen auf dem Markt angebotenen Tarife ist enorm. Natürlich sollte man sich für einen leistungsstarken Tarif entscheiden, der bereits für monatlich weniger als 10€ zu haben ist. Als Anbieter kann man hier die Interrisk, die Haftpflichtkasse, die Basler Versicherung oder auch die VHV nennen (jeweils in der stärksten Tarifvariante).

Pflegeversicherung:

Durch eine schwere Krankheit oder einen schweren Unfall kann ein Kind dauerhaft pflegebedürftig werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung stellt allenfalls eine finanzielle Grundabsicherung dar, so dass je nach Pflegegrad monatliche Zuzahlungen von bis zu 2.500€ fällig werden können.

Für einen monatlichen Beitrag von 10-15€ könnt Ihr dieses finanzielle Risiko über eine gute Pflegetagegeldversicherung absichern. Mögliche Anbieter wären hier zum Beispiel die Nürnberger, Inter oder die Gothaer Versicherung.

Kommen wir nun zu der Versicherung, die meiner Meinung nach nicht unbedingt eine “Must-Have-Versicherung” ist, deren Abschluss sich jedoch trotzdem empfiehlt…

BU-Option:

Über verschiedene Wege hat man die Möglichkeit, dem Kind bereits jetzt einen vereinfachten Zugang zu einer späteren Berufsunfähigkeitsversicherung zu ermöglichen. 

Warum das sinnvoll ist, könnt Ihr in diesem Beitrag lesen:

https://www.domfinanz.de/blog/eine-berufsunfaehigkeitsversicherung-fuer-schueler/

Nun fehlen noch die Versicherungen, die ich gerne als “Nice-to-Have-Versicherungen” bezeichne…

Krankenzusatzversicherung:

Hier ist insbesondere die beliebte stationäre Zusatzversicherung “1-2 Bettzimmer und privatärztliche Behandlung” im Krankenhaus gemeint. Ich behaupte, dass ein gesetzlich krankenversichertes Kind in unserem Gesundheitssystem im internationalen Vergleich im Krankenhaus wahrscheinlich immer noch auf hohem Niveau behandelt wird. Nichts desto trotz beruhigt es Eltern, wenn sie über den Abschluss einer stationären Zusatzversicherung eine freie Krankenhauswahl sowie die privatärztliche Behandlung (“Chefarztbehandlung”) sichern können. Ich gehöre übrigens auch dazu und habe einen solchen Tarif für meine Tochter abgeschlossen (ARAG Krankenversicherung, ca. 5€ monatlich).

Darüber hinaus zählt auch eine Zahnzusatzversicherung dazu, denn gute Tarife zahlen bei Kindern bis zu bestimmten Grenzen  auch für Kieferorthopädie (z.B. Barmenia oder Versicherungskammer Bayern). Für sehr gute Tarife sollte man 15-20€ einplanen.

Sparen, besser Investieren:

Schon früh und vor allem regelmäßig für die Kinder Geld zurückzulegen hat zahlreiche Vorteile. Schon mit kleinen monatlichen Investitionen kann über die Jahre ein schöner Betrag heranwachsen, über den man sich später freut. Sparmotive können der Führerschein, die Ausbildung oder Eigenkapital für die erste kleine eigene Immobilie sein.

Wenn das Sparziel noch ein paar Jahre in der Zukunft liegt empfiehlt es sich zu investieren anstatt zu sparen. Weitere Informationen zum Investieren erhaltet Ihr in diesem Beitrag:

https://www.domfinanz.de/blog/inflation-was-ist-jetzt-zu-tun/

Ich hoffe ich konnte Euch mit diesem Beitrag einen Überblick geben, welche Versicherungen für eure Liebsten wichtig sind.

Gerne stehen wir Euch für Fragen und eine individuelle Beratung zur Verfügung. Hierzu könnt Ihr einfach die Terminbuchungsfunktion auf unser Homepage nutzen.



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